Busse und Bahnen für 365 Euro im Jahr

Ein Beitrag von

Ihre Stadtverordnete für die Ausschüsse Dom / Römer und Verkehr.

Gerade der Berufsverkehr stellt unsere Stadt tagtäglich vor eine große Herausforderung. Jeder von uns kennt die Staus und den Gestank. Stellen Sie sich mal vor, die allermeisten Frankfurterinnen und Frankfurter würden in Zukunft nur noch die wirklich notwendigen Fahrten mit dem eigenen Auto durchführen. Das täte der Umwelt, aber auch uns selbst gut. Damit wir vom Auto wegkommen, brauchen wir viele gut ausgebaute Radwege und ein großes Angebot an Bussen und Bahnen, das sich zudem jeder leisten kann.

Mehr Busse und Bahnen sorgen für saubere Luft

Während im April wegen der Corona-Krise die Straßen in unserer Stadt vergleichsweise sehr leer waren, hat der Verkehr nun fast wieder das normale Maß erreicht. Mir wurde durch diese Situation erst richtig bewusst, wie ruhig es auch in der Stadt sein kann, wenn weniger Autos und Lastwagen unterwegs sind. Natürlich wünsche ich mir nicht, dass das Leben in der Stadt noch einmal komplett heruntergefahren werden muss, aber auf ständiges Motorengeheul und Abgase kann ich durchaus verzichten.

Ich setze mich daher für eine echte Verkehrswende ein, bei der nur noch die wirklich notwendigen Fahrten mit dem eigenen Auto durchgeführt werden. Dazu müssen wir aber auch die nötigen Voraussetzungen schaffen, also z.B. bessere Radwege und ein attraktives Angebot an Bussen und Bahnen. Busse und Bahnen sorgen für mehr Lebensqualität und saubere Luft.

Bei Bussen und Bahnen darf nicht gespart werden

In der Corona-Krise haben weniger Menschen das Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel genutzt. Teilweise, weil im Homeoffice gearbeitete wurde, teilweise aber auch aus Angst vor einer Infektion. Ich fände es sehr schlimm, wenn nun angesichts der befürchteten Finanznot als Folge der Krise ausgerechnet bei Bussen und Bahnen, also beim öffentlichen Personennahverkehr, gespart würde. Das wäre ein gewaltiger Rückschritt, der die Lebensqualität in der Stadt unvermeidlich verschlechtern würde.

In den letzten Jahren haben sich immer mehr Menschen von den Vorteilen des öffentlichen Nahverkehrs überzeugen lassen: Man kommt in der Regel schneller und stressfreier ans Ziel, man muss keinen Parkplatz suchen und es ist gut für die Luftqualität in der Stadt. Ich bin dafür, neue Busse und Bahnen einzusetzen und das Streckennetz weiter auszubauen – dazu gehören beispielsweise die geplante Verlängerung der U4 zwischen der Bockenheimer Warte und Ginnheim, die Ringstraßenbahn und die Verlängerung der U5 zum Frankfurter Berg. Wenn das nicht geschieht, steigen die Frankfurterinnen und Frankfurter eben doch wieder vermehrt auf das eigene Auto um und unserer Stadt droht der Verkehrsinfarkt.

Solange jedoch Klaus Oesterling als Verkehrsdezernent die Verantwortung für den öffentlichen Personenverkehr trägt, ist mir nicht bange. Klaus Oesterling ist nicht nur selbst ein bekennender Nutzer von Bussen und Bahnen, er besitzt auch das nötige Rückgrat für diesen Job. Ich erinnere dabei nur an die Metrobusse, die ab Dezember das Busangebot für viele Menschen vor allem in den Abend- und Nachtstunden deutlich verbessern werden.

Das 365-Euro-Ticket für die Region

Ein eigenes Auto kostet ganz schön viel Geld und immer mehr Menschen in der Stadt nutzen für die gelegentlich notwendigen Autofahrten eines der Carsharing-Angebote und fahren ansonsten mit dem öffentlichen Personenverkehr, mit dem Rad oder gehen zu Fuß. Ich mache das auch so. Ich habe aber großes Verständnis für all die Menschen, die entweder ein eigenes Auto benötigen, oder nur ungern darauf verzichten möchten. Allerdings sind auch viele Menschen bereit, auf Busse und Bahnen umzusteigen, wenn das Angebot und der Preis stimmen. Das Angebot wird immer besser, aber die Preise sind zu hoch bzw. werden – obwohl sie nicht alle Kosten decken – als zu hoch empfunden.

Für uns sind die Busse und Bahnen eine unverzichtbare Aufgabe. Daher wollen wir den Nahverkehr noch stärker fördern. Auf Initiative von Oberbürgermeister Peter Feldmann und Verkehrsdezernent Klaus Oesterling wurden im Jahr 2018 erstmals die Fahrpreise gesenkt. Wir wollen nun erreichen, dass nach hessenweiten Jahrestickets für Seniorinnen und Senioren sowie Schülerinnen und Schüler auch ein 365-Euro-Ticket für alle Menschen in der Rhein-Main-Region eingeführt wird. Eine Begrenzung auf Frankfurt wäre nicht hilfreich, da der Pendlerverkehr für die Stadt eine große Belastung darstellt. Wir müssen es zudem schaffen, mehr Menschen
– auch aus ländlicheren Bereichen – den Verzicht auf das eigene Auto schmackhaft zu machen.
Bisher ist aber selbst ein Pilotprojekt eines solchen Tickets am Widerstand der CDU gescheitert. Wir werden nach der Kommunalwahl 2021 alles daransetzen, um das 365-Euro-Ticket für alle einzuführen.

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