Warum Frankfurt eine Multifunktionsarena braucht

Ein Beitrag von

Ihr Stadtverordneter für die Ausschüsse Recht, Verwaltung und Sicherheit sowie Umwelt und Sport.

Es scheint eine „Never Ending Story“ zu sein: Frankfurt und die Multifunktionsarena. Zu viele Versuche und Anstrengungen gab es in der Vergangenheit, dieses Projekt endlich auf den Weg zu bringen. Einige meiner Mitstreiter haben bereits aufgegeben oder sich in Zynismus geflüchtet. Und um ganz ehrlich zu sein, es gab auch Phasen, in denen ich die Multifunktionshalle nur in ganz weiter Ferne sehen konnte. Wenn man aber mit den Basketballern der Skyliners oder unseren Löwen Frankfurt spricht und sich anschaut wie sehr sie weiterhin für diese neue Halle brennen, dann darf man nicht aufhören zu kämpfen. Ich will, dass wir die Multifunktionshalle bekommen.

Nicht nur Fußball

Es geht beim Projekt Multifunktionshalle auch darum, Sportarten zu fördern, die in Deutschland nur an zweiter oder dritter Stelle stehen. Unangefochtene Nummer eins ist der Fußball. Zur Weltmeisterschaft 2006, aber auch danach, wurden in ganz Deutschland zahlreiche Arenen umgebaut oder ganz oft auch neu gebaut. Dies hat zu einem Zuschauer-Boom im Fußball geführt. Schon allein die modernen Arenen ziehen die Zuschauer an. Das ist bis heute so. Eine ähnliche Entwicklung ist auch bei Sportarten wie Basketball oder Eishockey zu erwarten, die beispielsweise in den USA und in Kanada ein Massenpublikum anziehen. Ich glaube nicht, dass mit den aktuellen Zuschauerzahlen die natürliche Grenze in Deutschland erreicht ist.

Vom Frankfurter Flughafen direkt nach Mannheim

Die aktuelle Halleninfrastruktur in Frankfurt hemmt allerdings nicht nur die Skyliners und die Löwen, sondern verhindert auch, dass internationale Show- und Musik-Topacts nach Frankfurt kommen. Auch für Welt- und Europameisterschaften kommt Frankfurt kaum noch in Frage. Viele dieser Veranstaltungen finden beispielsweise in der Mannheimer SAP-Arena statt. Die Mannheimer Multifunktionshalle ist nur 45 Minuten vom Frankfurter Flughafen entfernt. Ich finde, wir sollten den Anspruch haben, dass Topspieler und Topstars von der Sportstadt Frankfurt nicht nur den Flughafen kennenlernen.

Koalitionsvertrag

Jetzt kommen wir zu dem, was gemacht wurde. Im Koalitionsvertrag der Römerkoalition, der wir angehören, steht auf Seite 59: „Wir möchten Bau und Betrieb einer neuen Multifunktionshalle unter anderem für Sportveranstaltungen mit bis zu 13.000 Besuchern durch private Investoren fördern und stellen städtische Grundstücke als Beitrag der Stadt dafür kostenlos zur Verfügung.“  Mir ist bewusst, dass das sehr unkonkret klingt. Wenn man jedoch weiß, wie sehr um diesen Koalitionsvertrag gerungen wurde erkennt man, dass diese Absichtserklärung der Stadt ein wichtiger Erfolg ist. Auch wenn ich persönlich eine Halle für nur 13.000 Zuschauer für viel zu klein halte. Ich gehe sowieso davon aus, dass heutzutage kein Investor mehr wirklich ein Interesse daran hat, eine Halle in dieser Größe zu bauen.

Multifunktionsarena „Kaiserlei“

Nachdem verschiedene Standorte geprüft und wieder verworfen wurden, hat man einen Standort im Frankfurter Osten in der Nähe des Kaiserlei gefunden. Besonderheit hier ist, dass die Multifunktionshalle ein Gemeinschaftsprojekt mit der Stadt Offenbach werden soll und zu einem Teil auch auf Offenbacher Stadtgebiet gebaut werden würde. Die SPD steht wie keine andere Partei für Kooperationen mit dem Umland. Diese Situation stellt die Städte und mögliche Investoren jedoch vor Herausforderungen. Ich denke da vor allem an das Verkehrskonzept, denn gerade der Kaiserlei hat mit viel Verkehr zu kämpfen. Im Dezember 2015 startete CDU-Stadtrat Markus Frank eine europaweite Ausschreibung für ein Auswahlverfahren für eine Multifunktionsarena am Kaiserlei. Aus diesem Verfahren sind zwei Bewerber hervorgegangen, das Ausschreibungsverfahren läuft im Moment noch. Ich hoffe, dass wir bald ein positives Ergebnis dieser Ausschreibung präsentiert bekommen.

Multifunktionsarena „Flughafen“

Unabhängig von der Ausschreibung am Kaiserlei wurde durch einen kanadischen Investor ein alternatives Projekt für eine Multifunktionshalle am Flughafen vorgestellt. Auch hier sind hohe Hürden zu überwinden, doch das Projekt ist aus meiner Sicht eine sehr interessante Idee. Nach dem Vorbild vom „Rogers Place“ in Edmonton, in dem die Edmonton Oilers spielen, möchte der Investor eine Multifunktionshalle für 23.000 (!) Zuschauer bauen. Projektplaner sind die gleichen, die „The Squaire“ am Flughafen geplant und umgesetzt haben. Problematisch ist jedoch die Lage der Halle. Sie soll auf einem Grundstück zwischen der A3 und der B 43 entstehen. Die Planungen sehen vor, dass die Halle auf einer Seite über die Fahrbahn hinausragen wird. Die Genehmigung für ein solches Bauvorhaben ist ungewiss, wird allerdings auch nicht von der Stadt Frankfurt erteilt, sondern fällt in die Zuständigkeit von Hessen mobil.

Keine Lösung ohne die Vereine

Es ist schwer zu sagen, welche der diskutierten Varianten die bessere oder realistischere ist. Die Löwen Frankfurt haben sich klar positioniert, sie wollen die Multifunktionshalle am Frankfurter Flughafen. Die Frankfurt Skyliners halten sich noch beide Optionen offen. Für uns ist eines klar: Wir werden nur einer Lösung zustimmen, die unsere Frankfurter Sportvereine unterstützen. Es wird sicherlich keine Entscheidung über die Köpfe von den Frankfurter Löwen und den Frankfurt Skyliners hinweg geben.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top