Das Boxcamp Gallus – Eine harte Schule

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Fraktionsvorsitzende und 1. Geschäftsführerin. Außerdem Stadtverordnete für die Ausschüsse Soziales und Gesundheit, Haupt und Finanzen sowie für den Ältestenausschuss.

Das Box- und Tischtenniscamp Gallus in einer Industriebaracke im Gallus ist eine Einrichtung mit einem ganz besonderen pädagogischen Konzept. Durch den Sport werden Kindern und Jugendlichen hier wichtige Werte für ein erfolgreiches Leben beigebracht. In einem Umfeld, in dem es Jugendliche nicht leicht haben, bekommen sie Perspektiven aufgezeigt.

Training muss man sich verdienen

Die Regeln sind klar. Nur mit guten Noten in der Schule kannst du dir Trainingseinheiten verdienen. Die Einheiten sind hart, doch die Kinder und Jugendlichen wollen unbedingt trainieren. Dafür setzen sie sich hin und lernen, machen Hausaufgaben. Unterstützung bekommen sie dabei durch die Hausaufgabenbetreuung des Boxcamps. Hier wird neben Boxsäcken bei Schweißgeruch gelernt. Die Kids haben ihr Ziel praktisch direkt vor Augen.

Respekt und Disziplin

Wer unpünktlich kommt oder Schimpfwörter benutzt, bekommt kein Training. Für viele der Jugendlichen scheint das ungewohnt zu sein, denn im Frankfurter Gallus geht es für gewöhnlich sehr rau zu. Schwer fällt es ihnen allerdings nicht, sich an diese Regeln zu halten, denn auch ihnen wird Respekt entgegengebracht. Die ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer nehmen sich viel Zeit für jeden Einzelnen und jede Einzelne. Vor jeder Trainingseinheit erledigen die Jugendlichen unter Aufsicht und mit Hilfe der Ehrenamtlichen gemeinsam ihre Hausaufgaben oder bereiten sich auf Prüfungen vor. Es wird ausschließlich Deutsch gesprochen. Auch bei Alltagsproblemen stehen die Betreuerinnen und Betreuer helfend zur Seite. Mehrere hessische Meistertitel belegen, dass auch das harte Training innerhalb des Rings Früchte trägt. 

Wie erreichen wir die schwierigen Kids?

Die Erfahrungen zeigen, dass die üblichen Angebote der offenen Jugendarbeit von den Kindern und Jugendlichen in diesem sozialen Umfeld kaum genutzt werden. Doch es sind gerade sie, die Unterstützung in ihrer persönlichen Entwicklung brauchen. Das Konzept des „Forderns und Förderns“, der respektvolle Umgang mit ihnen, die Wertschätzung basierend auf ihren Leistungen, machen das Angebot so attraktiv. Die Jugendlichen lernen und machen Hausaufgaben, um sich dann beim professionellen Boxtraining komplett auszupowern. Mit guten Noten, steigender Ausdauer und Kondition wachsen ihr Selbstwertgefühl und ihre Zukunftschancen.

Gewaltprävention durch Sport

Intensives Boxtraining baut Aggressionen auf sozial verträgliche Weise ab. Es findet unter professioneller Anleitung in einem geschützten Umfeld statt. Das Herauslassen von Aggression alleine wäre eine sehr kurzsichtige Gewaltprävention, doch wenn nebenbei weitere Werte beigebracht werden, wird sie nachhaltig. Das Boxcamp bietet den Jugendlichen Halt, der vielen anderen fehlt. Die Kids lernen den Wert eines geregelten Lebens kennen, bekommen Respekt und Toleranz vorgelebt. Der Sport dient dabei als vermittelndes Element.

Werte lernen durch Sport

Als SPD wünschen wir uns starke und werteorientierte Kinder und Jugendliche. Der Sport trägt dazu mit vergleichsweise einfachen Mitteln bei und stärkt Jugendliche für die Herausforderungen des Lebens. Für sich selbst lernen sie Disziplin, Ehrgeiz, respektvoll zu gewinnen und zu verlieren sowie das Beachten von Regeln. Sport lehrt aber ebenso den sozialen Umgang. Fairness, Respekt und Kameradschaft sind nur einige der Werte, die vermittelt werden. Auf ganz natürliche Weise trägt Sport durch seinen toleranten und integrativen Charakter zum sozialen Zusammenhalt bei.

Jugendarbeit durch Sport

Man braucht nicht viel, mit einfachen Mitteln können Jugendliche erreicht werden, die ansonsten für die offene Jugendarbeit kaum ansprechbar sind. Die Kraft des Sports ist unbestritten – das Box- und Tischtenniscamp Gallus ist ein Paradebeispiel dafür, Jugendlichen einen besseren Start ins Leben zu ermöglichen. Die meisten der Jugendlichen machen einen Schulabschluss und erlernen einen Beruf. Nach einer gewissen Zeit übernehmen sie eine Vorbildfunktion für andere Jugendliche und werden teilweise selbst Trainerinnen und Trainer. Das zeigt doch deutlich, dass wir den Sport noch viel mehr als Sozialarbeit verstehen sollten.

Adresse: https://goo.gl/maps/6rcK1XdzT7Qfjukx5

Video: https://www.youtube.com/watch?v=evSoTfzE8Bs&feature=youtu.be

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