Wie Frankfurt einen sicheren und warmen Schlafplatz für alle bereitstellen will

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Fraktionsvorsitzende und Geschäftsführerin. Außerdem Stadtverordnete für die Ausschüsse Ältestenausschuss, Controlling und Revision, Hauptausschuss und Finanzen sowie Soziales und Gesundheit

Die Stadt Frankfurt am Main fördert zahlreiche Projekte zum Schutz von wohnungs- und obdachlosen Menschen. Während Wohnungslose kein eigenes Zuhause haben und in Einrichtungen, bei Bekannten oder Verwandten unterkommen müssen (Stichwort Sofa-Hopping), verbringen Obdachlose den größten Teil ihres Tages und der Nacht im Freien – auf Dauer gesundheitsschädigend und oft lebensgefährlich. Erklärtes Ziel der Frankfurter Politik ist es, dass niemand eine Nacht auf der Straße verbringen muss. Insbesondere in den kalten Wintermonaten steht dabei der Schutz von Menschen vor den niedrigen Temperaturen im Fokus. Einer der Eckpfeiler dieser Arbeit ist seit Jahren der Frankfurter Kältebus.

Der Frankfurter Kältebus

Mit dem Frankfurter Kältebus sind je zwei Sozialarbeiter:innen in einen Transporter unterwegs. Sie fahren in den kalten Jahreszeiten durch Frankfurt und suchen aktiv obdachlose Menschen auf. Durch jahrelange Erfahrung sind ihnen die meisten obdachlosen Menschen und deren typische Aufenthaltsorte bekannt. So können sie gezielt aufgesucht werden. Sind die gesuchten Menschen schließlich gefunden, wird ihnen ein Angebot an warmem Tee, Decken oder auch Schlafsäcken gemacht – selbstverständlich kostenlos. Darüber hinaus wird jeder obdachlosen Person ein Angebot gemacht, in einer der Frankfurter Schlafstätten zu übernachten.

Unterkunft im Ostpark

Darunter etwa auch Angebote für die Schlafstätte im Ostpark. Diese wurde in den letzten Jahren immer wieder erweitert und saniert. Sie bietet nun ca. 130 Menschen ein Zuhause. Die Zimmer dort stellen so manche Jugendherberge in den Schatten – in Zwei-Bett-Zimmern finden wohnungslose Menschen eine sichere Unterkunft, auch mal für mehr als eine Nacht. Jedes Zimmer verfügt über ein eigenes kleines Bad mit Toilette, zwei Etagenbetten, Sitzgelegenheiten und einen Fernseher. Daneben gibt es in Gemeinschaftsküchen die Möglichkeit zu kochen. Auch Duschen sind ausreichend vorhanden. Die Unterkunft im Ostpark, liebevoll „O16“ genannt, bietet so eine deutliche Abkehr von den klassischen Massenunterkünften und einen Ruhepol im oft gefährlichen und stressreichen Leben obdachloser Personen.

Unterkunft am Eschenheimer Tor

Selbstverständlich kann niemand gezwungen werden, die angebotene Hilfe anzunehmen. Die Gründe für eine Ablehnung sind vielfältig: Viele obdachlose Menschen haben in ihrer Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht. Oft spielen nicht behandelte psychische Erkrankungen eine Rolle, beispielsweise Panik in geschlossenen Räumen. Manche Menschen haben Angst vor der Aufnahme ihrer Personalien. Für diese Menschen existiert zusätzlich das niedrigschwellige Angebot in der B-Ebene der U-Bahn-Station Eschenheimer Tor. Dort werden Menschen ohne Anmeldung und ohne Aufzeichnung des Namens angenommen, sie müssen sich nicht in geschlossene Räume begeben. Dieser anonyme Schlafplatz ist so eine wichtige Stütze für viele obdachlose Menschen.

Wie auch in der „O16“ wird Menschen hier nach Möglichkeit ein Beratungsangebot gemacht. Viele betroffene Personen wissen nicht, dass sie eigentlich Anspruch auf Sozialleistungen haben und werden hier darüber aufgeklärt.

In seltenen Fällen wird jedoch auch diese Unterkunft abgelehnt. Dann sind auch die helfenden Hände vom Kältebus hilflos. Bei volljährigen obdachlosen Menschen handelt es sich schließlich um selbstbestimmte Personen, deren freie Entscheidung stets zu respektieren ist. Eine Ausnahme davon, ist natürlich eine Selbstgefährdung der betroffenen Person. In diesen Fällen wird gemeinsam nach einer Lösung gesucht.

Um seine Arbeit auszuführen, ist der Kältebus auch auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Wir bitten deshalb Sie, liebe Frankfurterinnen und Frankfurter, den Kältebus anzurufen, wenn Sie obdachlose Menschen sehen, die Unterstützung brauchen. Sie erreichen den Kältebus unter 069/43 14 14.

Alternativ findet sich auch bei der städtischen Hotline 069/212-70070 für soziale Notlagen ein offenes Ohr. Danke für Ihre Solidarität!

Bildquelle: 1) Titelbild: Srdjan via Adobe Stock 2) Bildergalerie: Studio MC, Darmstadt

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