SPD-Fraktion verabschiedet ausscheidende Fraktionsmitglieder – Dank für erfolgreiche Arbeit
SPD-Fraktion verabschiedet ausscheidende Fraktionsmitglieder – Dank für erfolgreiche Arbeit
Die SPD-Fraktion im Römer hat am Freitag, 27.3.2026, ihre ausscheidenden Fraktionsmitglieder verabschiedet und ihnen für die erfolgreiche politische Arbeit der vergangenen fünf Jahre gedankt. Insgesamt werden acht bisherige Fraktionsmitglieder der neuen Stadtverordnetenversammlung nicht mehr angehören.
Gregor Amann, Viktorija Krzelj, Hüseyin Sitki und Holger Tschierschke traten nicht mehr zur Wahl an bzw. kandidierten auf hinteren Listenplätzen. Esther Gebhardt, Rahul Kumar, Almuth Meyer und Omar Shehata hingegen strebten eine weitere Amtszeit an, konnten am 15. März aber leider keines der 15 Stadtverordnetenmandate für die SPD erringen. Rahul Kumar hat als erster Nachrücker jedoch noch gute Chancen, in die Fraktion aufzurücken.
Die Kompetenz und Erfahrung der acht Ausscheidenden werden der Fraktion fehlen. Ich möchte mich bei allen für ihr ehrenamtliches Engagement zum Wohle der Stadt bedanken. Die Arbeit in der Stadtverordnetenversammlung ist extrem zeitintensiv und kaum mit einem normalen Ehrenamt zu vergleichen. Es wäre daher schön, wenn bei Allen die Freude über die gewonnene freie Zeit größer ist als die Wehmut über das Ausscheiden.
Trotz des Umstands, dass eine konstruktive Zusammenarbeit mit Teilen der Koalition zwischenzeitlich äußerst herausfordernd war, ist es der SPD-Fraktion gemeinsam mit den sozialdemokratischen Dezernent:innen und dem Oberbürgermeister gelungen, wichtige Verbesserungen für die Menschen in Frankfurt durchzusetzen. Ich möchte hier beispielhaft die Verbesserungen beim Frankfurt Pass, die Reform der städtischen Erbbaurechte, die Grundsatzentscheidung für den Neubau der städtischen Bühnen und das bald entstehende Drogenhilfezentrum nennen.
Dass der Haushalt 2026 auf den letzten Drücker gemeinsam von Grünen, SPD, Volt und den Linken beschlossenen werden konnte, werte ich als den vielleicht wichtigsten Erfolg der Wahlperiode. Die Stadtverordnetenversammlung hat bewiesen, dass sie auch ohne feste Koalitionen handlungsfähig ist. Unsere Demokratie funktioniert! Dass wir mit der Einigung auch die von der CDU geforderten, drastischen Einschnitte im Bereich Bildung und Wohnen verhindern konnten, war unbedingt geboten. Das beschlossene kostenfreie erste Krippenjahr, ein kostenloses Frühstück in den Kitas und Krippen sowie mehr Geld für den Ankauf von Belegrechten für Sozialwohnungen sind originäre sozialdemokratische Forderungen. Die ausscheidenden Stadtverordneten können stolz darauf sein, daran mitgewirkt zu haben.
Am 1. April wird sich die neue Fraktion konstituieren.
Neben den wiedergewählten Fraktionsmitgliedern Ursula Busch, Abdenassar Gannoukh, Jan Klingelhöfer, Sylvia Kunze, Kristina Luxen, Roger Podstatny, Stella Schulz-Nurtsch und Simon Witsch, werden dann auch Sarya Ataç, Dijana Avdić, Dr. Türkân Kanbıçak, Rachid Khenissi, Mustapha Lamjahdi, Kolja Müller und Lena Voigt der SPD-Fraktion im Römer angehören (Nennung jeweils in alphabetischer Reihenfolge).
Informationen zu den scheidenden Fraktionsmitgliedern
Gregor Amann
Der ehemalige Bundestagsabgeordnete (2005-2009) war von 1999 bis 2005 Stadtverordneter und dann wieder ab 2011. Seitdem ist er als wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion aktiv und war in der abgelaufenen Wahlperiode stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher. Neben dem Ausschuss für „Wirtschaft, Recht und Frauen“ war er Mitglied im Ausschuss für „Diversität, Zusammenhalt, Beteiligung und Europa“ und im „Ältestenausschuss“. Mit Verve setzte er sich für eine Frankfurter Partnerstadt in sub-sahara Afrika ein. Eine Entscheidung darüber steht noch aus.
Esther Gebhardt
Sie war von 2016 bis 2021 Stadtverordnete und rückte dann 2024 erneut in die Stadtverordnetenversammlung nach. Zuletzt war sie sicherheitspolitische Sprecherin der Fraktion. Neben dem Ausschuss für „Personal, Sicherheit und Digitalisierung“ gehörte sie den Ausschüssen für „Mobilität und Smart City“ sowie „Klima- und Umweltschutz“ an. Im Berufsleben jahrelang in leitender Funktion der evangelischen Kirche aktiv, lag ihr der interreligiöse Dialog sehr am Herzen.
Viktorija Krzelj
Sie ist 2021 erstmals in die Stadtverordnetenversammlung gewählt worden und hat sich in den Ausschüssen „Bildung und Schulbau“ sowie „Diversität, Zusammenhalt, Beteiligung und Europa“ engagiert. Zudem gehörte sie dem Präsidium der Stadtverordnetenversammlung an. Sie hat 2024 ihr erstes Buch veröffentlicht.
Rahul Kumar
Er hat sich nach der Wahl 2021 der SPD-Fraktion angeschlossen und war fungierte als Sprecher für Digitalisierung. Er gehörte den Ausschüssen „Mobilität und Smart City“ sowie „Personal, Sicherheit und Digitalisierung“ an. Er war vermutlich der einzige Stadtverordnete, der die Regeln für Cricket kannte und sich energisch für ein Cricket-Spielfeld in Frankfurt einsetzte. Dessen Umsetzung wurde für 2026 zugesagt.
Almuth Meyer
Sie ist ebenfalls 2021 erstmals Mitglied der Stadtverordnetenversammlung geworden und war wohnungspolitische und gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion. Als solche war sie Mitglied im Ausschuss „Planen, Wohnen und Städtebau“. Aktiv war sie zudem im Ausschuss für „Soziales und Gesundheit“ und hat sich hier vor allem um die Zukunft der Frankfurter Krankenhäuser, insbesondere des Klinikums Höchst gekümmert. Durch sie wurde auch der Chihuahua Sonny, der sie zu vielen Terminen begleitete, zum Ehrenmitglied der Fraktion.
Omar Shehata
Auch er war 2021 neu in die Stadtverordnetenversammlung gewählt worden und hat sich als integrationspolitischer Sprecher der Fraktion vor allem im Ausschuss für „Diversität, Zusammenhalt, Beteiligung und Europa“ engagiert. Er war zudem Mitglied in den Ausschüssen „Bildung und Schulbau“ sowie „Wirtschaft, Recht und Frauen“. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Frankfurt Vorreiterin für eine öffentliche Beleuchtung zum Ramadan in der Innenstadt wurde.
Hüseyin Sitki
Ebenfalls 2021 neu gewählt engagierte er sich in den Ausschüssen für „Kultur, Wissenschaft und Sport“ sowie im Ausschuss für „Planen, Wohnen und Städtebau“. Neben der Politik gilt seine Leidenschaft dem von ihm mitorganisierten Türkischen Filmfest. Inzwischen eine Frankfurter Institution geworden, wird er für dieses Festival auch weiterhin ehrenamtlich tätig sein.
Holger Tschierschke
Holger Tschierschke gehörte der Fraktion bereits seit 2011 an und war viele Jahre planungspolitischer Sprecher der Fraktion. Als zweiter Geschäftsführer war er auch hauptamtlich für die Fraktion tätig. Er war Mitglied in den Ausschüssen für „Planen, Wohnen und Städtebau“ sowie im „Haupt- und Finanzausschuss. Zudem vertrat er die Stadt Frankfurt in der Regionalversammlung Südhessen. Neben der Politik gilt seine große Leidenschaft dem FC Sankt Pauli aus seiner Geburtsstadt Hamburg.