Kultur für alle. Geht.

Ein Beitrag von

Stellvertretende Fraktionsvorsitzende sowie Stadtverordnete für Soziales und Gesundheit, Kultur und Freizeit sowie für den Ältestenausschuss.

Während ich diese Zeilen schreibe, gelten in Frankfurt aufgrund der Corona-Pandemie weitreichende Beschränkungen. Auch sind alle kulturellen Einrichtungen in der Stadt geschlossen. Uns wird jetzt bewusst, wie sehr wir nach einer gewissen Zeit das vielfältige kulturelle Angebot der Stadt vermissen. Damit meine ich nicht nur Oper, Theater, Alte Oper, das Künstlerhaus Mousonturm oder die vielen Museen. Auch der Zoobesuch mit unseren Kindern und Enkeln oder ein wildes Konzert in einem Musikclub gehören zum kulturellen Angebot Frankfurts. Ich möchte, dass diese Vielfalt auch nach der Krise erhalten bleibt und sich möglichst viele Menschen dafür interessieren – unabhängig davon wie viel jeder einzelne verdient.

Das Kulturangebot muss erhalten bleiben

Die Corona-Krise trifft sowohl Künstlerinnen und Künstler als auch viele Freiberufler der Kultur- und Medienbranche und alle Kultureinrichtungen mit voller Wucht. Viele müssen versuchen, in dieser schwierigen Zeit zu überleben. Ich bin sehr froh, dass der Bund und das Land Hessen diese Situation schnell erkannt und gehandelt haben: Sie haben ein Programm für sofortige Hilfe für Solo-Selbstständige und kleine Unternehmen vorgestellt. So sollen die größten Probleme durch finanzielle Unterstützung abgefedert werden. Infos zu diesem Sofortprogramm gibt es unter https://rp-kassel.hessen.de/corona-soforthilfe.

Auch die Stadt Frankfurt handelt hierbei verantwortungsbewusst. Die Kulturdezernentin Ina Hartwig hat angekündigt, dass in Notfällen das Kulturdezernat, also quasi die Stadt Frankfurt, finanziell einspringen kann, wenn die Maßnahmen von Bund und Land nicht greifen. Infos zu diesem Notfallfonds gibt es hier.

Zudem werden bereits zugesagte Fördergelder auch ausgezahlt, wenn geplante Veranstaltungen ausfallen. Eine vorzeitige Auszahlung von geplanten Fördergeldern ist ebenfalls möglich. Auch die Mieten für städtische Räume müssen nicht sofort gezahlt werden.

Kultur auf dem Sofa

Übrigens: Eine tolle Idee des Kulturdezernats ist das Projekt „Kultur auf dem Sofa“: Da derzeit alles geschlossen ist, können hier online viele kulturelle Angebote der Stadt Frankfurt entdeckt werden. Das Angebot reicht von Ausstellungen der Museen über Wohnzimmerkonzerte, Theateraufführungen und Lesungen hin zu Podcasts und Grußbotschaften Frankfurter Künstler. Die Übersicht wird laufend aktualisiert. Ich bin begeistert und lerne vieles von einer ganz anderen Seite kennen!

Kultur ist für alle da

Ich habe mich in den vergangenen vier Jahren innerhalb der SPD-Fraktion dafür eingesetzt, dass in allen städtischen Museen der Eintritt für den Großteil der Frankfurter Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahren frei ist. Wenn nach Corona alles wieder geöffnet ist, wird das Kultur- und Freizeitticket eingeführt. Hiermit werden auch die nicht städtischen Museen und der Zoo für Kinder und Jugendliche kostenfrei zugänglich sein. Für alle ist darüber hinaus ein Museumsbesuch in Frankfurt immer am ersten Samstag im Monat kostenlos.

Zukunftsperspektive für den Zoo

Der Frankfurter Zoo ist die beliebteste Kultur- und Freizeiteinrichtung in der Stadt. Da viele Gehege und Gebäude schon älter sind, müssen wir Geld zur Verfügung stellen, so dass diese Anlagen saniert oder neu gebaut werden können. Das ist wie bei einem älteren Haus, bei dem auch Reparaturarbeiten anstehen und alle paar Jahre die Wände neu gestrichen werden müssen. Ich unterstützte auch das Konzept „Zookunft2030“. Dieses Konzept stellt sicher, dass der Zoo auch in Zukunft ein tolles Ausflugsziel bleibt und sich verstärkt für den Artenerhalt und die Biodiversität bei den Tieren einsetzt, denn jedes Jahr sterben die letzten Artgenossen vieler Tiere auf der ganzen Welt. Die Tiervielfalt wird dadurch immer kleiner. Diesem Ziel soll auch ein internationales Conservation Center dienen, dass dem Zoo angegliedert werden soll und in dem sich Wissenschaftler zusammen mit Verbänden des Naturschutzes für den Arten- und Umweltschutz einsetzen. Ich freue mich, wenn sowohl das Konzept „Zookunft 2030“ als auch das Conservation Center bald umgesetzt werden.

Ein Kinder- und Jugendtheater für Frankfurt

Seit vielen Jahren setze ich mich für ein eigenes Kinder- und Jugendtheater ein. Ich bin sehr froh, dass wir dem Ziel nun endlich einen Schritt näher gekommen sind: Seit letzten Jahr werden im Zoogesellschaftshaus am Frankfurter Zoo spezielle Stücke für Kinder und Jugendliche aufgeführt. Dieses Angebot soll nach der Renovierung des Zoogesellschaftshauses ausgebaut werden.

Eigenständiger Neubau von Oper und Schauspiel

Ich bin nach wie vor dafür, dass die stark sanierungsbedürfte Theaterdoppelanlage abgerissen und Schauspiel und Oper an zwei eigenständigen Standorten neu errichtet werden. Das neue Schauspielhaus sollte dann am Willy-Brandt-Platz neu entstehen, während für die Oper ein anderer, Standort in zentraler Lage, in Frage kommt. Eine Sanierung im Bestand ist aus Kostengründen nicht zu verantworten. Die Frankfurter CDU möchte den bisherigen Standort der Städtischen Bühnen vermarkten und zum Spekulationsobjekt der Immobilienbranche machen. Mit der SPD ist das nicht zu machen, darauf können sich die Bürgerinnen und Bürger verlassen. Wie schnell sich solche Neubauten tatsächlich realisieren lassen, hängt leider auch von der finanziellen Situation der Stadt nach der Corona-Krise ab. Mehr zu dem Thema „Willy-Brandt-Platz soll weiterhin als ein Standort für städtische Bühnen erhalten bleiben“ in einem weiteren Blogbeitrag.

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