Corona-Regeln dürfen Gastronomen und Schausteller nicht in die Knie zwingen

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Ihre Stadtverordnete für die Ausschüsse Wirtschaft und Frauen sowie Planen und Bauen.

Die „zweite Welle“ ist da und sie ist ein herber Schlag für Frankfurt und ganz Deutschland. Die Entscheidung, dass Restaurants und Bars schließen müssen und alle Feste bis auf Weiteres abgesagt sind, bringt viele in Schwierigkeiten und stellt uns wieder vor die Frage, wie es weitergehen wird. Einige Branchen gingen schon extrem geschwächt aus dem ersten Lockdown im Frühjahr hervor. Nur durch das vielfältige Angebot an Ausgeh- und Unterhaltungsmöglichkeiten wird Frankfurt zu der bunten und geselligen Stadt, die sie seit Jahrzehnten ist. Unsere Stadtgesellschaft und die täglich einströmenden Touristinnen und Touristen lieben das rege Treiben auf den Straßen. Das muss erhalten bleiben. Deshalb mache ich mich dafür stark, dass wir diese Vielfalt erhalten und auch wer keine starke Lobby hinter sich hat, nicht „hinten runterfällt“.

Es wird Zeit, zu handeln!

Viele Gastronominnen und Gastronomen haben eine Menge Geld und Mühe in ihre Lokale investiert, um die geltenden Corona-Regeln mit Hygiene, Abstand und Lüftung umzusetzen. Heizstrahler, Luftreiniger, Zelte wurden angeschafft und kreativ eingesetzt, so dass sich jede und jeder auch weiterhin gerne in diesen Lokalitäten aufhielt und sich sicher fühlte. Sie sind verärgert über den zweiten „Lockdown light“ und fühlen sich jetzt von der schwarzgrünen Landesregierung im Stich gelassen.

Die Restaurantinhaberinnen und –inhaber setzen ihre Hoffnungen nun auf die Auszahlung der vom Bund zugesagten 75 Prozent des Novemberumsatzes von 2019, um die Wochen der Schließung überstehen zu können. Da in dieser Branche aber – wie in keiner anderen – das Trinkgeld für die Angestellten eine sehr wichtige Einnahmequelle ist, ist auch diese Unterstützung knapp bemessen. Natürlich muss alles unternommen werden, damit das Coronavirus eingedämmt wird. Uns Frankfurterinnen und Frankfurtern muss aber auch bewusst sein, welche Belastung gerade auf den Gastronomiebetreiberinnen und -betreibern liegt. Wir dürfen sie nicht allein lassen.

Schon im September forderten wir Corona-Hilfen für Restaurants und Clubs, die auf Grundstücken liegen, die der Stadt Frankfurt und der ABG gehören. Mit Rot-Grün an der Regierung wäre geprüft worden, ob ein Pachterlass oder eine Pacht- oder Mietminderung gewährt werden kann, bis die beschränkenden Regelungen aufgehoben werden. Mehr dazu auch im Blog: Corona – Was macht die Krise mit den Restaurants und Clubs in unserer Stadt?

Weihnachtsmärkte hessenweit abgesagt

Dieses Jahr müssen wir leider auf die langersehnten Weihnachtsmärkte verzichten. Für viele sind die glitzernden und duftenden Stände in der kalten Jahreszeit nicht wegzudenken. Gehören für sie einfach zu Weihnachten. Die Absage trifft nicht nur das Gemüt der erwarteten Besucherinnen und Besucher, sondern vor allem diejenigen, die die Buden betreiben – die Schaustellerinnen und Schausteller. Die Branche liegt brach, denn auch sonst fand dieses Jahr kaum ein Fest statt und sie konnten weder Zuckerwatte noch Würstchen verkaufen. Diese Menschen brauchen unsere Unterstützung, damit wir auch nächstes Jahr wieder unter anderem auf das Mainuferfest, die Dippemess oder auf den Weihnachtsmarkt gehen können. Wir unterstützen deshalb den Vorschlag der Grünen, dass die finanziellen Mittel, die ursprünglich für Frankfurter Feste vorgesehen waren, nun der Unterstützung der Schaustellerinnen und Schausteller dienen sollen. Mir bleibt dabei aber schleierhaft, wieso unser Koalitionspartner CDU sich zwar ursprünglich mit dem Geld für den Erhalt des Frankfurter Weihnachtsmarktes einsetzen wollte, sich jetzt aber nicht mit dem gleichen Willen für die Schaustellerinnen und Schausteller einsetzt. Hoffentlich können wir sie doch noch überzeugen!

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